Züchtertag in Hospental (UR) mit Besichtigung des Entbuschungsprojektes

Der diesjährige Züchtertag fand im Kanton Uri statt. Bei wunderbarem Wetter besuchten wir das Entbuschungsprojekt oberhalb von Hospental, das von der Biologin Erika Hiltbrunner initiiert wurde.

180 Engadinerschafe weiden derzeit auf der Projekt-Alp.

Jährlich werden im Alpenraum bis zu 1000 ha von Gebüschwald überwachsen. Dieser besteht zu 70% aus Grünerle. Die Grünerle kann aus der Luft Stickstoff fixieren. Damit wird auch der Unterwuchs gedüngt, sodass Sämlinge von Nadelbäumen nicht aufwachsen können und darum kein Wald entstehen kann. Die Biodiversität in Grünerlen-Monokulturen ist im Vergleich zu Weideland deutlich geringer. Zudem werden beträchtliche Mengen an Nitrat ausgewaschen und es entsteht Lachgas, ein Treibhausgas, das 300mal stärker wirkt als CO2.

Bereits bisherige Studien zeigten, dass Engadinerschafe, ähnlich wie Ziegen, die unerwünschte Grünerle zurückdrängen können. Nach einer Weidesaison sind die Pflanzen arg beschädigt und sterben ab. Ein Aufkommen neuer Triebe ist chancenlos, solange eben die Flächen mit Engadinerschafen beweidet werden. Der Besuch hat uns überzeugt – umso mehr als wir eine Parzelle anschauen konnten, die vor einigen Wochen mit Engadinerschafen beweidet wurde. Uns bot sich ein Bild der (erwünschten) Zerstörung…

Das Projekt soll 5 Jahre dauern und für die nächsten Jahre sind weiterhin Engadinerschafe gesucht.